Rez-Life

Wer mich kennt kann sich schon denken, dass ich bei dem Ausblick, 3,5 Monate lang in einem Studentenwohnheim zu wohnen, nicht gerade Freudensprünge gemacht habe. Kleine Zimmer (und meins finde ich auch noch besonders hässlich und laut ist es tagsüber wegen der Baustelle), viel zu viele Leute auf einem Haufen, dreckige Gemeinschaftsküchen. Jippieh! Tatsächlich ist das Leben in der Marchand Residence eigentlich ganz akzeptabel. Ich wohne im 6. Stock und die Leute hier sind ziemlich nett. Da jeder auf seiner Tür ein von Hand gebasteltes Namensschild kleben hat kann man sich ein paar der 20 Namen auch ganz gut einprägen und kommt auf den Gängen, im Bad oder in der Küche schnell mit den Kanadiern ins Gespräch. Tatsächlich läuft man hier praktisch immer jemandem über den Weg und hat nie ganz seine Ruhe, aber auch daran kann man sich gewöhnen. On-Campus zu wohnen war auch die richtige Entscheidung, da die Mehrheit der anderen Studenten in der Residence wohnt und es der zentrale Treffpunkt für jegliche Aktivitäten ist.

Neben den Vorteilen gibt es aber auch einige Punkte, die hier besonders nerven. In der Marchand Residence ist es so, das Aufzüge nur auf geraden Stockwerken halten, Gemeinschaftsräume ebenfalls nur auf geraden Stockwerken sind und die Küchen nur auf den ungeraden Stockwerken. Heißt für mich, ich darf zum kochen, spülen, Kühlschrank immer ein Stockwerk hochlaufen. Konkret muss ich also alle meine Sachen zusammenpacken, sie mitnehmen und anschließend auch wieder zurück mitnehmen, da in der Küche nichts gelagert werden kann (abgesehen vom Kühlschrank). Dementsprechend motiviert bin ich also zu Kochen, aber was will man machen, eine Mensa existiert nicht wirklich und Fast Food ist auf die Dauer auch keine Alternative. Zum Glück haben die meisten Kanadier den Meal Plan und kochen daher kaum. Und einen eigenen Kühlschrank haben sie auch meistens auf dem Zimmer. Die eine Seite meines Kleiderschranks ist so zur Lebensmittel- und Küchenutensilienablage geworden, aber ich konnte ja sowieso nicht so viele Klamotten mit hier her nehmen ;-)

„Meine“ Küche…

Sonst ist die Uni schon in vollem Gange und in einem Monat sind schon die Mid-Terms. Heute abend werde ich noch mit ein paar Leuten in die National Arts Gallery gehen – schließlich muss etwas Kultur auch mal wieder sein!

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