Endspurt…

…bis es wieder nach Deutschland geht dauert es zwar noch ein bisschen, aber die Studienzeit neigt sich so langsam schon dem Ende zu. Nächsten Mittwoch enden die Vorlesungen, die letzten Gruppen- und Einzelarbeiten müssen eingereicht werden und dann folgen noch die Final Exams… Ja und das war’s dann auch schon mit dem „Abenteuer Auslandssemester“. Zeit also, mal etwas zurück zu blicken (im Endeffekt habe ich aufgrund der Tests und Assignments und des kälteren Wetters in den letzten Wochen nämlich keine tollen Trips mehr unternommen, über die es was zu berichten gäbe).

Uni
Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass die Final Exams hier weniger als 50% der Endnote zählen. Das bedeutet: Gruppenarbeiten, Präsentationen, Case Studies, mündliche Mitarbeitsnote etc. Mir meine Endnote aus diversen Teilleistungen auszurechnen habe ich aufgegeben, ich lasse mich einfach überraschen was am Ende dabei rauskommt… ;-) Obwohl ja vorher jeder gesagt hat, dass die Uni anstrengend ist, dachte ich mir immer „sooo anstrengend wirds ja wohl nicht sein…“ und naja, man überlebt es zumindest und ich persönlich habe viel dazu gelernt (eher sprachlich, aber auch fachlich).

Kanadier
… sind im Allgemeinen sehr nett, offen und hilfsbereit und einfach einen Tick gelassener. Und laut. Sich leise unterhalten können die nicht… Aber immer noch besser als die Amis. Und sie mögen Deutsche, zumindest gibt’s sehr viele die bereits in Deutschland waren und hier auch deutsch lernen oder es schon können.

Essen
Kanada bietet ähnliche Fast Food Ketten wie die USA, die spezielle Kette hier ist Tim Horton’s… mmhhh, lecker ;-) Sonst gibt es hier noch alles zu kaufen, was mit dem berühmten Ahorn zu tun hat (also Maple Syrup, Maple Butter, Maple Cookies etc.). Noch sowas, wo man sich ganz schnell dran gewöhnt und der Sirup ist hier auch um Längen besser als der, den man in Deutschland kaufen kann. Weitere Besonderheiten sind die BeaverTails (frittierte Teigfladen mit Belag nach Wahl) und natürlich Poutine (Pommes mit dunkler Bratensoße und Käse), eine „Spezialität“ aus Québec. Gerne „koche“ ich das, sobald ich zurück bin, mal für euch… ;-)

Wetter
Regen, Sonne, Kälte, Wärme, Schnee, … 25 Grad T-Shirt Wetter Mitte Oktober und 2 Grad und eisiger Wind zwei Wochen später. Mal sind es nur -8 Grad, am nächsten wieder 5 Grad und Schnee (na gut, den gabs erst einmal und auch nur für ein paar Stunden lang). Aber hey, bei der Abwechslung wirds wenigstens nicht langweilig. Nur jetzt könnte es für die restliche Zeit schneien, denn eigentlich ist das ja normal um die Zeit hier… Und da die Temperaturen in Vancouver eher mild sind, wird das mit den weißen Weihnachten dieses Jahr vermutlich wieder nix. Wobei Weihnachtsstimmung hier eh nicht aufkommt… Es gibt keine Weihnachtsmärkte und nur wenig Dekoration (und das, was man kaufen kann ist si kitschig, dass will man sich gar nicht ins Zimmer stellen – und da ist ja bekanntlich auch gar kein Platz um was hinzustellen).

Ungewöhnliches
Ungewöhnlich findet man nach einer Weile ja bekanntlich nicht mehr so viel, weil man sich daran gewöhnt. Im November liefen plötzlich die meisten Kanadier mit nem Schnäuzer rum, was natürlich ausgesprochen dämlich aussah bei den meisten, aber großartig gewundert habe ich mich nicht, schließlich leiden so einige hier an Geschmacksverirrung. Was das auf sich hatte haben wir erst letztes Wochenende in Erfahrung bringen können: man kann sich auf der Movember Seite registrieren lassen und durch seinen Schnäuzer das Bewusstsein für (Prostata-)Krebs erhöhen und Fundraising betreiben. Aber da heute schon Dezember ist, kamen die ersten Schnäuzer wieder ab.
Nicht gerade ungewöhnlich ist der verschwenderische Umgang mit Wasser (in der gesamten Uni und im Wohnheim gibts nur Hähne, auf die man draufdrücken muss und dann läuft das ne Weile, auch mal 10 Minuten oder länger wenn der Hahn klemmt; und in der Toilette stehen auch einige Liter Wasser im Toilettenbecken, das sowieso viel größer ist als in Europa, warum auch immer) und Strom (in der Küche und auf dem Flur brennt 24h am Tag das Licht) und so weiter. Man gewöhnt sich ja schon selber daran, lässt sein Licht im Zimmer brennen wenn man zum kochen oder duschen geht, benutzt Unmengen an Papierhandtüchern zum Hände und Geschirr abtrocknen, schmeißt seinen kompletten Müll einfach in eine Tonne, obwohl die Mülltrennung hier genauso wie in Deutschland funktioniert.
Dass in den USA alles etwas größer ist, weiß man ja. Aber das sich das auf Produkte so auswirkt hätte ich irgendwie nicht gedacht. So besitze ich jetzt eine 750ml Shampooflasche und eine 532ml Duschgelflasche ;-)

Sonst war ich wie gesagt in den letzten Wochen mit Tests und Assignments beschäftigt und habe kaum Fotos gemacht. Dienstag waren wir dann noch im Kino J. Edgar mit Leonardo di Caprio anschauen und morgen Abend sind wir auf einer Dinner Party eingeladen und gehen feiern. Ich berichte dann mal wieder, wenns was Neues gibt ;-)

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Reading Week

Hallo,

die letzten Tage waren eher ruhig und viel mehr als den Trip für nächste Woche etwas zu planen, einzukaufen, zu skypen, mal wieder zum Hockey zu gehen, Hausparty und zu chillen hab ich eigentlich nicht gemacht. Dabei müsste ich noch so ein doofes Assignment schreiben…

Jedenfalls geht’s morgen erst mal nach Toronto, wo wir bis einschließlich Mittwoch bleiben. Anschließend fahren wir noch zu Isabelle, von der aber niemand weiß, wo sie genau wohnt oder wie wir da genau hin und dann wieder zurück nach Ottawa kommen. Aber das wird schon! ;-)

Da an meiner Kamera sämtliche Rädchen klemmen, hatte ich auch nicht wirklich Lust zu fotografieren, aber in Toronto und an den Niagara Fällen werde ich sicher ein paar Fotos machen. Wer mal mehr über die Uni lesen will, der kann meinen Eintrag dazu hier (http://www.studentischeberatung2punkt0.de/einblicke/2011/10/the-canadian-way-of-studying/) lesen. Oder interessiert euch das? ;-)